Benz: Geschichte und Ästhetik des deutschen Volksbuchs (eBuch)

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In seinem Vorwort schreibt der freischaffende Gelehrte, Germanist und Kulturgeschichtler Richard Benz in seinem Volksbüchlein Geschichte und Ästhetik des deutschen Volksbuchs von 1912 / ²1924:

„So wenig die Deutschen Volksbücher bisher in ihrer echten Form gekannt waren, so wenig waren sie im rechten Sinne eingeordnet in die Geschichte unsrer Dichtung. Die Gesammtdarstellungen der Litteraturgeschichte ignorierten sie entweder völlig oder wiesen ihnen mit offensichtlicher Verachtung als „Prosa“ einen untergeordneten Platz an. Die folgenden Blätter wollen eine Ergänzung des Wissens über die alte deutsche Prosa und eine Correctur des landläufigen Urteils über sie bieten. In den einzelnen Volksbüchern, die ich herausgab, war für einen solchen theoretischen Hinweis nicht die rechte Stelle, da in ihnen die Dichtung allein und ungestört zur Wirkung kommen sollte.

eBuch als PDF mit 72 Seiten. Wertig und farbig abgelichtet in 300dpi Auflösung. Der Text ist durchsuchbar und kopierbar. Die PDF kann auf dem heimischen Drucker in A5 zum schön handlichen Lesen ausgedruckt werden. 🙂

Beschreibung

In seinem Vorwort schreibt der freischaffende Gelehrte, Germanist und Kulturgeschichtler Richard Benz in seinem Volksbüchlein Geschichte und Ästhetik des deutschen Volksbuchs von 1912 / ²1924:

„So wenig die Deutschen Volksbücher bisher in ihrer echten Form gekannt waren, so wenig waren sie im rechten Sinne eingeordnet in die Geschichte unsrer Dichtung. Die Gesammtdarstellungen der Litteraturgeschichte ignorierten sie entweder völlig oder wiesen ihnen mit offensichtlicher Verachtung als „Prosa“ einen untergeordneten Platz an. Die folgenden Blätter wollen eine Ergänzung des Wissens über die alte deutsche Prosa und eine Correctur des landläufigen Urteils über sie bieten. In den einzelnen Volksbüchern, die ich herausgab, war für einen solchen theoretischen Hinweis nicht die rechte Stelle, da in ihnen die Dichtung allein und ungestört zur Wirkung kommen sollte.

Die Volksbücher sind — wie schon der Name sagt — der Anteil des Volks an der schriftlich fixierten Dichtung; nicht an der Dichtung überhaupt, wie Volksmärchen und Volkslied.

Das Volksmärchen finden wir hie und da durch Zufall aufgezeichnet; sein Wesen aber ist die mündliche Überlieferung, durch die es so dauernd und sicher Eigentum des Volkes ist, daß es einer besonderen Aufzeichnung nicht bedarf.

Das Volkslied wird gesungen und lebt im Volk, auch ohne daß Text und Noten aufgeschrieben werden müssen, wie das gelegentlich der Fall gewesen ist.

Nur das Volksbuch existiert in eigentlich litterarischer Form, und hat mehr als wir das bei dem erzählten Märchen und bei dem gesungenen Lied nachweisen können, eine Geschichte gehabt: wir können sagen, wann es Gestalt angenommen hat, und können von Jahrzehnt zu Jahrzehnt verfolgen, wie diese Gestalt sich wandelt.

Das Volksbuch ist Ergänzung der Volksdichtung, wie sie sich in Lied und Märchen darstellt; nicht formal — seine Form ist, wo wir sie rein finden, keine andere, als die des Märchens: naive epische Prosa. Das Volksbuch ist keine besondere Gattung, aber es umfaßt ein besonderes Stoffgebiet: es ist nicht nationales Erzeugnis, sondern Zusammenfassung der internationalen Cultur des Mittelalters, soweit sie vom Volke ausgenommen und dem Nationalen assimiliert wurde.“

eBuch als PDF mit 72 Seiten. Wertig und farbig abgelichtet in 300dpi Auflösung. Der Text ist durchsuchbar und kopierbar. Die PDF kann auf dem heimischen Drucker in A5 zum schön handlichen Lesen ausgedruckt werden. 🙂

Dr. Richard Benz lebte von 1884 bis 1955 und war freischaffender Gelehrter, Germanist und Kulturgeschichtler. Seine Werke wurden dieses Jahr, 2026, gemeinfrei. Die 7 Taler sind reine Vergütung und Lohn für mein Ablichten, Bearbeiten, Texterkennen und Zurverfügungstellen des Heftes.