Beschreibung
Die Sturmflut.
Auf der Halbinsel Jütland war’s, im Lande der Kimbern, 120 Jahre vor dem Beginn unserer Zeitrechnung. Die Felder waren abgeerntet, aber das Vieh ging noch draußen. Tagelang hatte es geregnet; auf Wegen und Weiden standen große Wasserlachen, in deren Wellengekräusel sich der graue Himmel spiegelte. Und nun brauste der Südweststurm über das Land hin. Die Marschen zwischen dem Meere und der hohen Geest waren dicht bewohnt. Zwischen den Weiden standen hier die Bauernhäuser mit ihren Ställen und Schuppen, umgeben von Buschwerk und hohen Bäumen. Die Bäume ächzten. Die Sturmböen wühlten in ihren Kronen. Wie aufgescheuchte Vogelschwärme stoben die bunten Blätter davon. Zweige wirbelten durch die Luft. Ganze Äste brachen herunter. In den Häusern aber konnten die Bauern ihr eigenes Wort nicht verstehen. Es krachte im Gebälk, die Türen klapperten, es wackelten die Läden, die vor die Fensteröffnungen gesetzt worden waren. Es wisperte und stieß, raschelte und polterte in allen Ecken und Winkeln. In einem dieser Gehöfte, das ganz besonders groß und mächtig war, wohnte Gerold, ein etwa fünfzigjähriger Edeling. Er kam aus der Tür seiner Halle. Auf dem Hofplatz hielt der Knecht mit einem Reitpferd. Gerold wollte auf die Geest. Doch nun sah er, wie der Sturm am Werke war, sein Scheunendach abzudecken. Das Reit wirbelte durch die Luft. Die nackten Sparren traten zutage. Das breite Scheunentor öffnete sich…
In diesem Band wird die Geschichte der Kimbrischen Flut und die von der Halbinsel Jütlands vertriebenen Stämme der Kimbern und Teutonen erzählt. Dieser Teil der teutschen Frühgeschichte wird fälschlich „Kimbernzüge“ genannt, denn es war kein Kriegszug, sondern Landsuche eines in Not geratenen Volks – eine wahre Völkerwanderung! Es wurde nur dort gekämpft, wo man sich nicht einig wurde oder die Kimbern und Teutonen von den Römern betrogen und in einen Hinterhalt gelockt wurden.
Hier wird wertvolles Wissen aus der Forschung der Zwischenkriegszeit für Groß und Klein anschaulich vermittelt. Die Heft-Reihe Geschichte in Erzählungen war in den 1920er Jahren eine Bremer Heftreihe, die zur Veranschaulichung des Geschichtsunterrichts diente. Es sind Kurzgeschichten aus der Vorzeit, der Frühzeit, des Mittelalters bis hin in die Neuzeit, die die wichtigsten Zeiten der Geschichte mitreißend erzählen. Sie wurden eigens für den Schulunterricht entwickelt und entsprachen den damals wissenschaftlich neuesten Erkenntnissen. Es ist Einsteigerfreundlich geschrieben, also für Jung und Alt.
eBuch als PDF in 300 dpi farbig abgelichtet mit Texterkennung und 7 Bildern. So kann das Buch mit seinen knapp 50 durchsucht und Textstellen kopiert werden. Mit den 5 Talern wird ausschließlich mein Arbeitsaufwand für Ablichtung und Bearbeitung entlohnt.
Georg Lindenbaum schrieb diese Geschichte über die Kimbern und Teutonen, dessen Lebenszeit ich trotz Nachforschung nicht ermitteln konnte. Ich gehe daher davon aus, daß der gute Mann den Krieg nicht überlebt hat. Für Hinweise wäre ich daher dankbar!
















