Der Gehörnte Siegfried & der Schwarze Zauberer. Ein vergessenes Liedbruchstück (eBuch)

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Das Bruchstück beginnt damit, daß der schwarze Mann soeben die holde Jungfrau entführt hat und Siegfried sein Schicksal beklagt, daß er sie nun nicht mehr fragen könne, ob sie ihn ehelichen würde, weil sie ihm doch so wohl gefällt in ihrer allerbesten Gestalt. Die Geschichte setzt also mit dem Raub der Jungfrau ein, der im Gehörten Siegfried und Hürnen Seyfried durch einen Flugdrachen vom Balkon geschieht. (siehe Vergleich mit dem Anthyrlied!) Siegfried versucht auf dem zauberkundigen Schwarzen Mann aufzusitzen um ihn zu reiten, was er jedoch durch Flucht verhindert.

Wir haben also einen schwarzen Zauberer, der seine Gestalt wandeln kann und mit einer Jungfrau zu einer Burg fliegend flieht. Wer würde da besser in Frage kommen, als der zauberkundige Regen, Mimes Bruder? Mime sagt über Regen, daß er sich zuviel mit den schwarzen Künsten, also schwarzer Magie, beschäftigt hat und deswegen zum Drachen geworden ist. Regen war also ein Zauberer, der seine Gestalt in einen Drachen verwandeln konnte. Das erklärt nun auch den Begriff „Schwarzer Mann“. Damit ist weder eine Spukgestalt noch die Hautfarbe gemeint, sondern ein Schwarzkünstler, wie man die Schwarzmagier damals nannte.

14 Seiten eBuch im PDF-Format. Mit Abbildung des Liedbruchstückes im einzigen Abdruck von 1858.

Beschreibung

Das Bruchstück beginnt damit, daß der schwarze Mann soeben die holde Jungfrau entführt hat und Siegfried sein Schicksal beklagt, daß er sie nun nicht mehr fragen könne, ob sie ihn ehelichen würde, weil sie ihm doch so wohl gefällt in ihrer allerbesten Gestalt. Die Geschichte setzt also mit dem Raub der Jungfrau ein, der im Gehörten Siegfried und Hürnen Seyfried durch einen Flugdrachen vom Balkon geschieht. (siehe Vergleich mit dem Anthyrlied!) Siegfried versucht auf dem zauberkundigen Schwarzen Mann aufzusitzen um ihn zu reiten, was er jedoch durch Flucht verhindert.

Zuerst dachte ich wegen der Worte „begann Herr Siegfried auf denselben schwarzen Mann reiten“, der Zauberer hätte Pferdegestalt angenommen. Doch warum sollte er freiwillig die erdgebundene und im Vergleich zur Fortbewegung durch die Luft langsame Gestalt eines Pferdes wählen? Noch dazu weil Siegfried auch ein Pferd hat und so unnötig die Gefahr eingeht, daß er ihn trotz Zauberkraft einholen könnte? Nein, er wählte die Gestalt eines Flugtieres, denn er flieht mit der Jungfrau zu einer Burg in das heidnische Land. Das Wort „floch“ könnte hier sowohl fliehen wie auch fliegen bedeuten. Zumal die Burg hoch lag, wie betont wird.

Siegfried kam durch Auen reitend hinterher. Als der Zauberer ihn sah, machte er um die Burg einen See, der so tief ist, daß er sich mit der Jungfrau dort drei Tage verstecken kann. Siegfried trat an den See und sprach mit der Jungfrau, fragte sie, wer der schwarze Mann sei. Er erlaubte es ihr zu antworten und bevor ihre Antwort kommt, bricht das Bruchstück ab – wieder einmal an entscheidender Stelle. Welch Zufall!

Wir haben also einen schwarzen Zauberer, der seine Gestalt wandeln kann und mit einer Jungfrau zu einer Burg fliegend flieht. Wer würde da besser in Frage kommen, als der zauberkundige Regen, Mimes Bruder? Mime sagt über Regen, daß er sich zuviel mit den schwarzen Künsten, also schwarzer Magie, beschäftigt hat und deswegen zum Drachen geworden ist. Regen war also ein Zauberer, der seine Gestalt in einen Drachen verwandeln konnte. Das erklärt nun auch den Begriff „Schwarzer Mann“. Damit ist weder eine Spukgestalt noch die Hautfarbe gemeint, sondern ein Schwarzkünstler, wie man die Schwarzmagier damals nannte.

14 Seiten eBuch im PDF-Format. Mit Abbildung des Liedbruchstückes im einzigen Abdruck von 1858.