Beschreibung
Das Anthyrlied – das gotische Runenlied vom ersten Heldenkönig der Mecklenburger, Wenden und Werler, seinem Pferde Bukranos, Vater Radagis und Amazonenmutter Marpeis, überliefert von Druiden und Barden
Dieser Beitrag ist das Ergebnis eines Gemeinschaftswerkes, das schriftlich bereits über 500 Jahre währt – und mündlich noch viel älter ist. An diesem Werk wirkten Druiden und Barden, die das Lied ersannen und mündlich über die Zeit weitertrugen; ein Schreiber, der es in Runen auf Blättern schrieb und ein unbekannter Gelehrter auf Reisen, der diese Runenhandschrift im Kloster Doberan während des Dreißigjährigen Krieges in einem vermauerten Geheimschrank entdeckte:
Er habe, als er vor zwei Jahren auf der Reise nach Hamburg über Doberan gekommen sei, dort ein wenig verweilt, um die Reliquien und alten Grabstätten der wendischen Könige und Fürsten zu besichtigen. Dabei habe er auch von Staub und Spinnengewebe bedeckte Blätter mit uralter Schrift erblickt, von denen er, da sie doch für keinen Menschen von Nutzen gewesen seien, einige habe mitgehen heißen. Dann habe er diese Blätter unter seinen Raritäten sorgfältig aufbewahrt, bis er durch die Beschäftigung mit des Johannes Magnus Geschichte der Könige der Goten und Schweden entdeckt habe, daß die Schrift Runen darstelle, und erkannt, daß das Ganze ein aus der Barbarenzeit stammendes Lied von Anthyr, dem ersten Wendenkönige, sei. Dies habe ihn angeregt, jene edle Geschichte in modernen Versen auszuarbeiten und ein Gedicht über die Heldentaten des Anthyr zu verfassen. Hierauf folgt nun eine Abschrift des Runentextes und dann das Lied, 30 achtzeilige Strophen, in buchstäblicher Umschrift, das verheißene Originalgedicht fehlt jedoch.
Das Originalgedicht in alten Runen ist also bis heute verschollen.
Es stellt sich die Frage, wie alt die Neufassung des Heldenliedes in gotischen Runen ist. Die Wissenschaft vermutet, daß sein Aufenthalt in Doberan in den Sommer 1628 fällt. Auch andere Gelehrte vermuten, daß das Lied um 1630 entdeckt worden sei. Zum ersten Mal gedruckt wurde es von Karl Gustav von Hille im Jahre 1647, einem Mitglied der fruchtbringenden Gesellschaft in Mecklenburg. Er bekam es über Vermittlung von Heinrich Langermann, dem Prinzeninstruktor am Mecklenburgischen Hofe. Dieser, so vermutet die Wissenschaft, habe es von Elias Schede, der als Wunderkind galt. Schede verfaßte auf der Grundlage dieses alten Heldenliedes ein eigenes Heldengedicht in 24 Gesängen, was bis heute ebenso als spurlos verschollen gilt. Knapp 80 Jahre vor Schede schrieb schon Johannes Bocer ein Gedicht über Anthyr in rund 90 zweizeiligen Strophen auf Latein. Es wurde bis heute nicht übersetzt. Wohlgemerkt: in beinahe 500 Jahren keine einzige Übersetzung!
Für über gute 200 Jahre erfreute sich das Anthyrlied weiterer Verbreitung in verschiedenen Drucken, bis etwa 1820. Die Runenhandschrift selber war verschollen, bis rund 70 Jahre später Louis Bobé im Archiv des Rittergutes Haseldorf in Holstein eine weitere Entdeckung machte: Er fand dort zwei mit Runenschrift bedeckte Papierblätter und ein Heft, welches einen Bericht über die Herkunft des Manuskripts, eine Übertragung in gewöhnliche Schrift und erläuternde Bemerkungen dazu enthielt. Dies stellte die Grundlage für den dänischen Professor Hermann Möller dar, 1895 die erste kritische Textausgabe zu veröffentlichen. Auf seiner Arbeit gründet mein Beitrag.
Und nun, im Jahre 2023, wird das Anthyrlied hier zum ersten Male vollständig in hochdeutscher Sprache veröffentlicht. Dabei wurde sein Wesen als Lied silben- und wortgetreu beibehalten, nur an seltenen Stellen habe ich verständlichere Worte ersetzt.
39 Seiten als eBuch im PDF-Format. Mit Abbildung der 4 Runenseiten, wovon jede nochmal hochauflösend vergößert wurde, damit sie gut lesbar werden! Auch zum Runenrätseln für Kinder! 🙂













